Blog…

Es geht weltwärts! 12 Monate nach Kamerun :)

Damit ihr immer bestens informiert seit, lege ich diesen Blog an. Hier werd ich über Land und Leute und natürlich auch über meine eigene Erlebnisse berichten.

Bis bald !

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Ein letztes Mal…

…durch die kamerunischen Straßen schlendern und das Markttreiben genießen
…krank sein und das „andere“ kamerunische Gesundheitssystem erleben
…für einen Urlaubstag anfragen
…kamerunische Gastfreundschaft genießen. Unglaublich !!
…Kleider beim Schneider bestellen (Ja ich hab schon so viele, aber dieser Stoff…hah den musste ich einfach haben)
…kamerunisches Essen genießen
…Bestechungsgeld zahlen :(
…Leute Pidgin reden hören
…aus dem Eimer duschen (außer es passiert ein Wunder! )
…das typische Loch-im-Boden-Klo benützen
…Handwäsche meiner Kleidung betreiben
…in SHUMAS arbeiten
…meine kamerunische Mutter besuchen
…“Mami Nyanga“ genannt werden
…im aktiven Gottesdienst bei den Liedern mittanzen
…bei Stromausfall im Licht einer Petroleumlampe kochen
…auf dem durch Regen schlüpfrigen Boden ausrutschen …
…matschverschmierte Schuhe putzen
…eine Predigt auf Englisch oder Pidgin hören
…Mangos, Papaya, Ananas, Bananen, …genießen
…Public Transport ausnützen und trotz Eingequetschtheit grüne Palmenlandschaft genießen, die vor den Fenstern vorbeizieht
…mit guten kamerunischen Freunden zusammen sein
…Fahrtwind beim Bikefahren genießen
…ins „Village“ gehen.
…einen Heiratsantrag eines Kameruners bekommen
…Freunde im Krankenhäusern besuchen (sind grad viel zu viele krank)
…Wohnung aufräumen
…Preise handeln
…Souvenirs kaufen
…“Whiteman“ genannt zu werden
…all die lieben Menschen zu sehen, die mich mein ganzes Jahr begleitet haben und zu meinen guten Freunden, zu meiner Familie geworden sind, Bruder, Schwester, Mütter,…

Es hat alles ein Ende…

Anfangs habe ich in meinem Blog geschrieben, was nehme ich für ein Jahr mit ? Die Zahnbürste sollte nicht fehlen. Letztendlich hatte ich 2 volle Koffer. Jedenfalls, ich werde vieles von meinem deutschen mitgebrachten hier lassen, und dafür viele gute Erinnerungen und Erfahrungen mitnehmen, unter anderem:

Die kamerunische Gastfreundschaft – einfach unglaublich. Leute die selbst nicht viel haben, nehmen uns begeistert auf, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und schon ist man als eigentlich Fremder in die Familie eingegliedert.

Public Transport – Stopfen, Stopfen, Stopfen ! in Deutschland wird echt der Platz im Auto verschwendet. Wie viele erwachsene Leute passen IN einen 5-Sitzer, ein sogenanntes Buschtaxi ? (nicht zu reden von den Leuten, die sich noch auf das Heck setzen könnten…)

Buschtaxi

Buschtaxi – unterwegs in Kamerun…

 

Dann das typische Whiteman-Thema. Weiße sind hier so respektiert, unglaublich. Was habe ich denn bitte schön gemacht ? Nichts. Und in Deutschland oder anderswo werden Schwarze diskriminiert. Das ist eindeutig nicht fair.

 

Nach genau 11 Monaten (doch nicht 12…) werde ich bald wieder in Deutschland sein…

Danke für alle die mich begleitet haben und mir aus der Ferne die Treue gehalten haben.

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Abschlussfeier

In SHUMAS, meiner Organisation hier, gibt es 8 Programme, die sich hauptsächlich darum drehen, wie man die Lebenssituation der Kameruner hier vor Ort, besonders in Dörfer und ländlichen Gegenden verbessern kann. So werden unter anderem Klassenzimmerblocks für Schulen gebaut, Dörfer mit Wasserzugang versorgt und Frauengruppen durch Mikrokredite unterstützt.

Ein anderes Programm ist die Ausbildung von behinderten Kameruner, „People with special need“ im SHUMAS eigenen Rehabilitation Center, was grob gesagt so etwas wie eine Behindertenwerkstatt ist. In 2 Jahren Training bekommen die körperlich und geistig behinderten Menschen kostenlose Ausbildung in verschiedenen Workshops: Sticken, Nähen, Schmuckherstellung, Stricken mit Maschine, Schuhe herstellen und reparieren, Korbflechten und Frisieren.

Es war bereits letztes Wochenende, als wir ein großes Event in SHUMAS hatten, zu dem selbst der Bürgermeister von Bamenda-Nkwen, „His royal Highness the Fon of Nkwen“, und der Divisional Officer erschienen sind. 8 der Azubis hatten ihre Abschlussfeier am Samstag.

Das Wochenende war mal wieder eins von der stressigen-und-wenig-Schlaf-Sorte. Am Freitag haben wir alles vorbereitet, Hühner wurden geschlachtet und Njamanjama (grünes Gemüse) entstielt, Samstagmorgen stand ich zusammen mit meiner Mitfreiwilligen und einer Kollegin stundenlang in der Küche um gefülltes herzhaftes Gebäck vorzubereiten (Fish pie) und nach Auf und ab Rennen war der große Moment der Abschlussfeier gekommen ! Es fing verhältnismäßig “pünktlich” mit nur 1,5 Stunden Verspätung an, als der Divisional Officer ankam. Der Nationalhymne folgten Reden und unterhaltsame Beiträge von den Trainees des Rehabilitation Centers. Höhepunkt war dann aber, als jeder der Trainees die nötigen Sachen geschenkt bekommen hat, um sein eigenes Geschäft aufzubauen. Dafür wurden im Vorfeld Sponsoren gesucht, die dann Geld für unter anderem Nähmaschinen, Schmuckperlen oder Leder gespendet haben. Ohne diese Maschinen oder Material wäre für viele Auszubildenden es gar nicht möglich, mit ihrem Business anzufangen, da sie meist aus einem armen Hintergrund kommen.

Absolventen mit ihrem Material für den Anfang

Absolventen mit ihrem Material für den Anfang

Nach dem obligatorischen Essen hat sich die Veranstaltung langsam zerlaufen. Abends, nach dem Aufräumen hat eine der Absolventinnen namens Favour, die mir schon einige Kleider genäht hat, zufällig auch meine gute Freundin, zu einer Party eingeladen. Also noch mehr Essen und Tanzen…

Am Tag drauf sind wir noch in Favours Dorf namens Wainamah mitgefahren, dass liegt etwa 70km von Bamenda entfernt. Die Fahrt dorthin haben wir zu 9. (!) in einem 5-Sitzer (!) verbracht ! Meine Mitfreiwillige saß während den 1,5 Stunden auf dem Schoß einer Freundin. Mit 5 Personen hat man hinten eindeutig nicht genug Platz. Bei einer Kontrolle hätten wir beinahe nicht weiterfahren dürfen. Überladung. Wen wundert‘s…

 

Die Truppe. Alle auf dem Bild + der Fotograf sind im Auto mitgefahren

Die Truppe. Alle auf dem Bild + der Fotograf sind im Auto mitgefahren. Im Hintergrund das besagte Auto…

Den Tag haben wir mit dem Besuch einer kleinen Baptist Church und danach noch mehr Feiern verbracht. Heimgekommen sind wir sonntagabends übrigens mit echter Kuhmilch (!), nur leider ist die durch zu viele Schlaglöcher auf dem Weg schlecht geworden. Naja, es gibt ja auch noch Milchpulver.

Soweit mal das Neuste aus meiner Arbeit :)

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Wochenendtrip

Back in Bamenda, back in der Kälte. Gestern Morgen um 5 Uhr kam ich wieder zurück nach Bamenda mit dem Public Transport und habe erst mal kräftig gefroren. Man soll es nicht glauben, aber Afrika kann schweinekalt sein. Ich habe mir sogar schon eine Wollmütze gekauft :)

Jedenfalls, dieses Wochenende habe ich recht spontan in Buea/ Limbe verbracht. Vorher hatte ich wenig geplant, ich hatte eine Telefonnummer von einer Bekannten, wo ich schlafen wollte, mein guter Freund Roland wollte kommen und mit mir das Wochenende genießen und ich wollte ein Mega Event erleben, das Mount Cameroon Race, von dem ich vorher nicht so viel wusste.

Aber es hat doch alles recht gut geklappt :)

Dem Wochenende in Buea war übrigens eine ereignisreiche Zeit vorangegangen. Ein ganz anderes kamerunisches kulturelles Weihnachten und Neujahr, ein Trip in die Hauptstadt zur Visaverlängerung. Krankenhausaufenthalt meiner Mitfreiwilligen und das weltwärts- Zwischenseminar am wunderschönen Strand in Kribi.  Letzte Woche dann viel Arbeit in SHUMAS, z.B. eine Schulübergabe etc. und noch der Jugendtag, ein Feiertag, an dem zahlreiche Schulen aufmarschiert sind. Das muss man sich so vorstellen: 20 Schüler oder mehr in gleicher Schuluniform marschieren strammen Schrittes, die Arme synchron schwingend, an einer Tribüne mit wichtigen Persönlichkeiten vorbei. Davon gab es gefühlte 200 Gruppen. War ein interessantes Treiben. Sowas gibt es in Deutschland nicht, in Deutschland wird auch kein Konterfei von Angela Merkel mitgetragen. Viele vertretene Schulen hatten das typische Bild des kamerunischen Staatspräsidenten Paul Biyas dabei, stolz emporgereckt. Sind schon sehr patriotisch, die Kameruner. Am 8. März werde ich mich übrigens auch im Marschieren versuchen, am Frauentag. Das kann was werden :)

Akurates Marschieren

akurates Maschieren

Aber wieder zurück zu meinem Weekend in Buea. Bin Freitag auf Samstagnacht im Nachtbus allein nach Buea gefahren, in einem 70-Sitzer mit 5 Sitzen in einer Reihe. Ein wenig unkomfortabel, rutscht man auf dem engen Sitz nur ein minimales Stück nach vorne, stoßen bereits die Beine am Vordersitz an. Aber wenigstens hat man einen eigenen Sitz… Hab doch einigermaßen schlafen können, an die Dauerbeschallung durch die ganze Nacht andauernde laute Musik bin ich schon gewöhnt. Ein kaputter Reifen und ein unter dem Bus liegender Mann hat unsere Reise nicht aufhalten können, und um 6.30 Uhr morgens kam ich schließlich in Buea an ! Dort im Busparkplatz Roland getroffen und mit ihm zum Stadion, wo die Läufer zum Mount Cameroon Race gestartet sind.

Der Mount Cameroon ist mit 4095m der höchste Berg Westafrikas, ein noch ziemlicher aktiver Vulkan. Letzter Ausbruch war im Jahr 2000. Ein gewöhnlicher Tourist braucht 3 Tage für die Besteigung. Aber es findet auch jedes Jahr ein Rennen statt, in dem von Buea aus möglichst  schnell der Gipfel erreicht werden soll.

Leider kamen wir ein wenig zu spät, um das Loslaufen von 600  Teilnehmer mitzubekommen. Egal, haben uns erst einmal Reis und rote Bohnen als Frühstück in einer Art Bar gegönnt. Auf den Tischen der anderen Leuten standen teilweise schon Unmengen von leeren Bierflaschen. Ich mag das kamerunische Bier recht gerne, aber eigentlich nicht um 7 Uhr morgens wie gewisse andere Kameruner…

Danach hab ich meine Bekannte aufgesucht und mir meine Unterkunft für die Nacht gesichert. Und dann, so gegen 11 Uhr war es schon wieder Zeit zurück ins Stadion zu gehen, die ersten Läufer kehrten bereits von der Gipfelbesteigung zurück !! Unglaublich. Im Stadion herrschte großer Tumult, an der Strecke säumten sich die Menschen, Journalisten, Kameras, musikalische Unterhaltung, traditionelle Tanzgruppen, Guinness-Werbung und Essen in Eimern transportiert auf den Köpfen der Verkäufer(innen). Man könnte sagen, das pure Leben :) Als dann der erste Läufer zurück kam, haben sich die Kameras und Journalisten sich nur so auf ihn gestürzt, weswegen ich ihn gar nicht sehen konnte. Er hat 4 Stunden und 24 Minuten gebraucht für die ganze Gipfelbesteigung. Unglaublich. In der Zeit war ich gerade mal Frühstücken und habe mir meine Unterkunft organisiert :)

Blick in die Menge

Blick in die Menge

Die erste Frau kam so nach 5 Stunden. Alle ersten 3 Gewinner, ob männlich oder weiblich kommen aus dem Raum Bamenda. Bamenda People are strong ! Wahrscheinlich liegt’s an den vielen Hügeln und den mühsamen Farmaktivitäten.  Das ganze Rennen hat mich übrigens ein bisschen an den Triathlon meiner eigenen Heimatstadt erinnert.

Am Nachmittag waren wir in einer leckeren Saftbar und ein bisschen „shoppen“ – Straßenverkäufer, Preise handeln inklusive.

Straßenverkauf

Straßenverkauf

Abends das Nachtleben genossen. Habe eine neue besten Freundin kennengelernt und mit ihr und Roland waren wir so auf einer Volksfest, aber ohne Attraktionen. Schmuck kaufen, Bier und Tanzen, was will man mehr :) Nach Mitternacht hat mich dann aber doch meine Müdigkeit eingeholt, der Schlaf in der Nacht zuvor im Bus war wohl eher doch nicht vorhanden.

Sonntags war ich mit Roland im Gottesdienst einer Presbyterian Church (Evangelisch). Der Gottesdienst ist einfach viel lebendiger als in Deutschland. Ich liebe die Chorbeiträge :)

Und nachmittags hat der Strand gerufen!  In Buea gibt’s keinen Strand, deswegen also nach Limbe gefahren. Dazu ein Bike (Motorradtaxi) verwendet. Ist schon ganz nett, wenn man da zu 3. Auf einem Bike sitzt, grüne Teeplantagen rauschen an einem vorbei, die Haare wehen im Wind und es macht mich einfach nur glücklich :)

Der Strand und die Wellen waren auch echt schön :)

Ich war da !

Ich war da !

Ich genieße es einfach, mich rückwärts in eine hohe Welle zu werfen, danach auf einem Stein sitzend in die weite Ferne blickend meinen Gedanken nachzuhängen, Gott dankbar zu sein, für alles was er mir möglich macht und dann am schwarzen Sandstrand entlangzulaufen.

Doch leider hat alles ein Ende, Sonntag Abends ging es wieder zurück nach Bamenda mit dem Nachtbus. Unbequem, aber erträglich, gut morgens zu Hause angekommen und gleich wieder tagsüber gearbeitet. Kaffee macht‘s möglich :)

Soweit das neueste  & bis zum nächsten Mal !

Ps. Falls du mal mehr über ein bestimmtes Thema willst, über das ich  schreiben soll, hinterlasse einfach einen Kommentar !

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Der Fon ist tot !

„Peng! Peng!  PengPengPeng!“  – Es ist 5.30 Uhr und ich werde durch laut dröhnende Pistolenschüsse geweckt. Keine Sorge, es ist nicht etwa ein Krieg in Kamerun ausgebrochen. Nein, heute wird der verstorbenen Fon von Nkwen, meinem Viertel hier in Bamenda gewürdigt. Das verspricht ein interessanter Tag zu werden. Nochmal kurz zur Erklärung: Ein Fon ist so etwas wie ein Stammeshäuptling mit viel Einfluss in seinem Dorf oder Viertel.

Jedenfalls habe ich mir die Festlichkeiten zum Gedenken an den verstorbenen Fon und die Einführung des neuen Fons nicht entgehen lassen.

Nachdem ich durch die Pistolenschüsse geweckt worden bin, habe ich aber erst mal weitergedöst, bis es Zeit war zur Arbeit in SHUMAS zu gehen. Schon auf dem Weg zur Arbeit habe ich gemerkt: Heute ist etwas los. Der Fon von Nkwen wohnt natürlich in einem „Palast“. An der Abzweigung zum Nkwen-palace steht eine Skulptur vom alten verstorbenen Fon. Dieser Platz war mit grün-rot-gelben Kamerunfarben und flaggen dekoriert und es waren ziemlich viele Leute unterwegs.

Vor dem Fon's Palace

Vor dem Fon’s Palace

Wir haben nur den halben Tag, den Nachmittag für die Feierlichkeiten frei bekommen, deswegen hieß es morgens: Arbeiten ! Was habe ich heute gemacht ? Ich war mit einer Mitarbeiterin unterwegs und wir haben ein paar Projekte von SHUMAS besucht, unter anderem einen Brunnen, und sie immer mit einer Kerze fotografiert. Diese Kerzenbilder sind für Manos Unidas gedacht, einem spanischem Partner von SHUMAS. Das war gar nicht so leicht, gute Bilder zu bekommen, es musste ja der Wind, die Kerze, die Menschen und auch Tiere gut mitspielen. Aber das ist ein anderes Thema.

Gegen Mittag haben wir die Arbeit verlassen und uns zuhause in traditionelle Kleider geschmissen.

Das muss man sich mal vorstellen, 2 „Whitemen“ in traditioneller Kleidung. Kamen aber gut an :) Das Kleid sieht so aus: Knielang und bunt bestickt.

Auf dem Weg zum Palace, den wir zu Fuß zurückgelegt haben, weil es nicht weit weg ist, haben wir Freunde getroffen. Da habe ich auch zum ersten Mal Heuschrecken gegessen. Ich kann nur sagen: Lecker ! Der Kopf schmeckt besonders gut :)

Leckere Heuschrecken

Leckere Heuschrecken

Zum Palast sind wir aber gemeinsam mit Emka gegangen. Zur Erinnerung: Emka ist so eine Art Hausmutter in SHUMAS. Sie bringt uns unter anderem bei, afrikanische Gerichte zu kochen. Dort hieß es dann erst mal:

Warten.

Mehr als 1,5 Stunden.

So viele Menschen.

Heiße Sonne, aber zum Glück im Schatten.

Stehen.

Wir haben auf die Ankunft des neuen Fons gewartet, er ist ein Sohn des alten, verstorbenen Fons. Ich hab mir die Wartezeit damit vertrieben, ein Nachruf-Magazin über den alten Fon zu lesen. Fon Ngu der 3. hat 59 Jahre regiert. In dieser Zeit ist Nkwen von 14.000 Menschen auf über 100.00 Menschen angewachsen, es wurden Straßen gebaut, Schulen gestartet und so weiter. Beerdigt wurde der alte Fon aber schon, bevor sein Tod überhaupt öffentlich bekannt gegeben wurde, gestorben ist er am 3. November.

Außerdem habe ich die Menschen beobachtet. Viele von ihnen waren traditionell angezogen, das heißt die die Frauen in dunklen Kleidern mit buntbestickten Mustern, die Männer in langen weiten Gewändern, ebenfalls bunt bestickt. Ich hatte auch guten Blick auf die zahlreichen „Königinnen“  (Frauen des Fons) und „Prinzessinnen“  (Kinder des Fons), die alle dasselbe Gewand anhatten und barfuß und kahlrasiert unterwegs waren. Es waren bestimmt 50 von ihnen.

Ein Überblick

Ein Überblick

Sehr unterhaltsam war auch ein Mann, der kein Problem damit hatte, vor über 5000 wartenden Menschen (wahrscheinlich noch mehr, aber ich bin schlecht im Schätzen) auf der Freifläche in der Mitte zu pinkeln. Kleiner Einschub: Pinkeln in der Öffentlichkeit ist hier gang und gäbe, ich glaube die Kameruner haben dazu eine andere Einstellung, es gibt ja auch fast keine öffentlichen Toiletten. Einmal war ich nachts auf dem Balkon unserer Nachbarin gesessen, mit Blick auf die Straße. Da sehe ich eine andere Nachbarin, wie sie sich ganz ungeniert am Straßenrand hinhockt und pinkelt, das Kind auf den Rücken gebunden. Hatte besten Blick auf ihren Hintern. Gut es war bereits Nacht und dunkel bis auf Autoscheinwerfer, die sie angestrahlt haben, aber trotzdem… ich glaube, ich persönlich brauche beim Pinkeln mehr Privatsphäre.

Zurück zum Mann, der gepinkelt hat. Das ging wohl selbst den Kameruner zu weit. Während er noch gepinkelt hat, kamen 2 Polizisten an. Sie waren aber noch so freundlich zu warten, bis er fertig war, und dann wurde er abgeführt. Und das alles vor den Augen der gesamten begeisterten Bevölkerung von Nkwen.

Irgendwann kam dann der neue Fon an. Weil niemand so richtig etwas gesehen hat, war es mit der bis dahin aufrecht erhaltenen Ordnung vorbei. Alle Menschen sind auf die Freifläche gestürmt, um einen Blick auf den Mann zu erhaschen, der ab jetzt einen großen Einfluss auf ihr Leben haben wird.

Nach kurzem Zögern haben wir uns auch der Menge angeschlossen. Ich wollte natürlich gute Fotos machen und so habe ich mich von Emka und Kathrin getrennt und bin vorgestürmt und habe mir meinen Weg durch die Menge gekämpft. Ich war fast vorne, als die wogende Menge von Menschen von Polizeikräften wieder zurückgedrängt wurde. Da habe ich schon ein bisschen Angst bekommen. Jeder wird gedrängt, alle müssen zurückweichen. So entsteht glaube ich eine Massenpanik. Vor allem als dann ein Mann von einem Polizeibeamten niedergeprügelt worden ist, bin ich sehr freiwillig zurückgewichen. Eine Massenpanik ist allerdings nicht entstanden.

Inmitten der Menge

Inmitten der Menge

 

Weil ich allerdings noch nicht wirklich ein Foto vom Fon machen konnte, ja ihn selber noch gar nicht gesehen hatte, bin ich von einer anderen Seite soweit wie es ging an die Bühne gelaufen, wo der neue Fon auf einem holzgeschnitzten edlen Stuhl auf einem Leopardenfell flankiert von anderen Fons und wichtigen Persönlichkeiten saß.  Er hatte kein traditionelles Gewand an, sondern trug nur eine Hose, sein Oberkörper war frei. Eine außergewöhnliche Kappe schmückte seinen Kopf und seinen Körper ganz viel Schmuck. Dank der Hilfe eines großen Mannes gab es dann auch ein gutes Bild vom Fon :)
Meine Größe ist nicht immer ein Vorteil, vor allem wenn die Leute vor mir so groß gewachsen sind…

Der "Neue" im Amt (Mitte)

Der “Neue” im Amt (Mitte)

Wollte gerade Kathrin und Emka in der chaotischen Menschenmenge suchen, als ich die sagen wir mal „Heuschreckenfreundinnen“ von vorher wieder getroffen habe. Händchenhaltend, um uns in der Menge nicht zu verlieren, haben wir uns wieder vorgekämpft und so doch einiges von der Veranstaltung mitbekommen. Es gab Reden von verschiedenen Persönlichkeiten, darunter natürlich der neue Fon, der von der Menge begeistert aufgenommen wurde und 2 Hymnen, die gesungen wurden, die Nationalhymne und die Hymne von dem Viertel Nkwen. Traditionelle Tänze gab es keine, aber die Festivitäten dauern ja noch einen Monat an. Zwischendrin habe ich mal wieder die selbe scherzhafte Warnung bekommen, nicht zu weit vor zu gehen, nicht das der Fon mich sieht. Sollte er nämlich seine Hand um mein Handgelenk legen und mir ein Armband anziehen, wäre es vorbei und ich müsste den Rest meines Lebens als Frau des Fons im Palast verbringen. Das habe ich jetzt schon öfters gehört. Meistens ist es aber als Scherz gemeint.

Die Veranstaltung wurde mit „Gunshots“, Schüsse aus langen Gewehren beendet. Hat mich geruchsmäßig und lautstärkemäßig irgendwie an Sylvesterböller erinnert. Die meisten Leute, die da waren, hatten allerdings Angst vor den Schüssen. Ich fand es ganz interessant.

"Peng"

“Peng”

 

Danach habe ich mit meinen „Heuschreckenfreundinnen“ auf die Suche nach Kathrin und Emka gemacht. Man sollte meinen, es ist leicht, ein weißes Mädchen inmitten schwarzer Afrikaner zu finden, war es aber nicht. Irgendwann haben wir uns dann aber noch gefunden. Ich hab mich aber nicht verloren gefühlt, Kathrin und Emka waren natürlich eher besorgt.

Den Abend haben wir in dem Haus einer Prinzessin mit Essen ausklingen lassen. Es gab folgende Essensauswahl: Reis, Fufu oder Achu. Wer wissen will, was Fufu oder Achu ist, kann mich gerne mal fragen :)

2 "whitemen"

2 “whitemen” in traditionellen Kleidern :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Etwas anderer Arbeitstag – Start einer Impfaktion

Letzten Freitag gab es in Kamerun ein besonderes Event: Der Start einer landesweiten Impfaktion gegen Kinderlähmung. In jeder Region Kameruns (insgesamt gibt es 10) wurde das offiziell eröffnet. Natürlich fand das auch bei uns in der North-West Region statt. Gemeinsam mit ein paar SHUMAS-Mitarbeitern haben Kathrin und ich an dem großen Event teilgenommen, das in einem Palast des Fon von Gusang, ein Dorf hier in der Region, stattfand.

Aufklärung über Impfung

Aufklärung über Impfung

Wir kamen dort an und haben erst mal einige Mitarbeiter des Rotary Clubs von Bamenda kennengelernt. Sie haben nicht nur das Event veranstaltet, sondern auch gleichzeitig viel Geld für Impfstoffe etc. gesammelt.

Die offizielle Eröffnung wäre um 9.30 Uhr gewesen, angefangen hat es dann zu typischer afrikanischer Zeit eine Stunde später, als ein Pulk von Autos durch das Spalier von Schulkindern an beiden Seiten der Straße angebraust kam.  In diesen Autos saßen „very important persons“ von Militär, Polizei und Regierung. Kannte ich natürlich alle nicht :)

Darunter war auch Seine Exzellenz, der Gouverneur von der North-West Region. Er hat erst mal von einem verängstigten, aufgeregten Kind Blumen überreicht bekommen. Danach wurde die Nationalhymne von Kamerun von einem Schülerchor gesungen, alle standen patriotisch zur Kamerunflagge aufblickend da.

Die „National  Anthem of Cameroon“ ist ja übrigens zweisprachig, es gibt sie auf Englisch und Französisch. Hier mal ein kleiner Auszug:

Refrain Englisch

Land of Promise, Land of Glory !

Thou, of life and joy our only store !

Thine be honour, thine devotion,

And deep endearment, for evermore.

Refrain Französisch

Chère patrie, terre chérie;

Tu es notre seul et vrai Bonheur !

Notre joie et notre vie,

A toi l’amour et le grand honneur.

Neben dem Refrain gibt es noch 2 weitere Strophen, aber damit will ich euch jetzt nicht quälen :)

Nach der Singerei gab es einige Reden von verschiedenen Leuten, der Bürgermeister des Dorfes hatte etwas zu sagen, genauso wie der Fon und natürlich der Gouverneur.

VIP's

VIP’s

Der traditionell gekleidete Mann links ist der Fon von Gusang, der Gouverneur von der North West Region sitzt weiter links nach den zwei Männern in Uniform.

Wie hat der Präsident des Rotary Clubs Bamenda, Nana Wilson Suh, so schön gesagt: Die Ziellinie ist schon fast erreicht, Kinderlähmung ist schon fast ausgerottet, aber es bedarf noch einiger Anstrengung das zu erreichen. Ziel für die endgültige Ausrottung ist 2018. Um dieses Ziel zu erreichen haben einige namhafte Organisationen Geld gespendet, darunter die Gates Foundation mit 200 Mio Us $. Auch die WHO oder UNICEF sind Partner.  Kinderlähmung ist nicht nur ein Problem in Kamerun, auch andere Länder wie z.B. Afghanistan oder Somalia sind davon betroffen. Im Jahr 2012 gab es weltweit 223 Fälle von Kinderlähmung, obwohl man diese durch Impfung verhindern kann.

Aufgelockert wurden die Reden durch 2 traditionell gekleideten Männer, die auf Kuh- oder Elefantenhörnern geblasen haben (siehe Bild :) ) und eine „Dance Group“  mit Trommeln und Gesang.

Geblase

Geblase – Kuh oder Elefantenhorn ?

Nach den Reden gab es noch die Demonstration der Impfung. Das ist eine Schluckimpfung, die bei Kindern bis 5 Jahren durchgeführt wird . Zuerst haben die kleinen Kinder eine Flüssigkeit vom Gouverneur in den Mund getropft bekommen, dann gab es von einem weiteren wichtigen Herren eine Tablette, Vitamin A. Die Impfung ist für alle Kleinkinder in Kamerun kostenlos.

Mund auf - Impfung rein

Mund auf – Impfung rein

Die Kinder taten mir schon etwas leid. Das waren 6 Kleinkinder, vielleicht 4,5 Jahre alt, inmitten des ganzen Tumults mit Journalisten, Ärzten und Regierungspersonen. Ich war natürlich auch dabei :)

Während dem ganzen offiziellen Teil saß ich nicht etwa auf dem Stuhl  wie meine Mitfreiwillige Kathrin, sondern bin immer rumgerannt um die besten Bilder zu schießen. Events oder Meetings zu dokumentieren ist eine meiner Aufgaben bei SHUMAS.

Danach gab es ein „Refreshment“ für alle geladenen Gäste, d.h. (nicht)alkoholische Drinks und ein Büfett mit den typischen afrikanischen Speisen. Während dem Essen haben Kathrin und ich 2 weltwärts-Freiwiliige aus Deutschland kennengelernt. Sie sind von der Organisation „Internationaler Bund“  entsandt und unterrichten in Gusang in einer Schule. War mal wieder schön, auch mit jemand anders einfach auf Deutsch quatschen zu können :)

Der Rotary Club und wir SHUMAS-Leute wurden anschließend noch auf ein Gespräch und einen Sekt mit dem Fon eingeladen. Er konnte sogar etwas Deutsch sprechen, da er 1988 mal über Weihnachten in Deutschland war.

Abgerundet wurde der Tag in einer Bar, in der wir auf einen Drink von den Rotary Club Leuten eingeladen wurden. Rotary Clubs  gibt’s ja auch in Deutschland, eigentlich überall auf der Welt.

Und was von dem Tag bleibt ?

Ich würde sagen ein neues Bewusstsein über eine Krankheit die es so in Deutschland gar nicht mehr gibt. Bin ja selber auch gegen Kinderlähmung geimpft.

Außerdem noch  ganz viele Fotos und ein neues T-Shirt :)

Neues T-Shirt :)

Neues T-Shirt

PS. So sehe ich übrigens aus, falls das schon jemand vergessen haben sollte :) Bis zum nächsten Mal

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1. Mal

Gestern habe ich meine allererste Sehenswürdigkeit hier in Kamerun besucht und zum 1. Mal Touristin gespielt. Es ging nach Bafut. Das ist ein Dorf ca 30 Taximinuten von Bamenda entfernt. Dort haben Kathrin und ich gemeinsam mit unserer Nachbarin Clarisse und ihrem Cousin Peter den Fon’s Palace und das zugehörige Museum angeschaut.

Für alle, die nicht wissen was ein Fon ist: Das ist so eine Art Stammeshäuptling bzw. König, der ziemlich viel Macht und Einfluss hat. Fast jedes Dorf hier in meiner Region hat einen eigenen Fon. Es gibt auch einen Fon in Bamenda.

Um diesen Fon zu begegnen, gibt es bestimmte Traditionen. Man kann ihn nicht einfach anquatschen, sondern muss erst mal  in die Hände klatschen und dann den Kopf beugen. Erst wenn der Fon dich anspricht, ist es dir erlaubt mit ihm zu reden.

Manche von euch erinnern sich vielleicht an das Bild aus meinem 2. Rundbrief (alle die ihn nicht bekommen – selber schuld!) wo Kathrin und ich schöne Tücher um unsere Hosen gewickelt haben, weil wir mit dem Fon-Stellvertreter aus Kumbo gesprochen haben. Frauen sollen in Gegenwart des Fons nur Röcke tragen.

Es gibt auch Polygamie hier in Kamerun. Besonders der Fon ist mit ganz vielen Frauen verheiratet, der von heute mit 18 Frauen.
Peter, der uns begleitet hat, hat erzählt, dass sein Vater 3 Frauen hat und Peter somit 21 Geschwister hat.

Kein Wunder, dass hier die Verwandtschaftsverhältnisse echt kompliziert sind. Frauen werden oft einfach als Mother bezeichnet, egal ob das nun stimmt oder nicht.

Vor 2 Wochen haben wir Bikis Familie (eine Arbeitskollegin von SHUMAS) besucht. Sie hat uns ihren „Großvater“ vorgestellt, aber nach einigen Nachfragen kam dann heraus, dass er eigentlich ihr Onkel ist, der den Job „Familienoberhaupt“  vom Großvaters übernommen hat.

Naja egal, wieder zurück zum Thema.

Wir sind gestern so gegen 2 Uhr gestartet. Erst gings mit dem Taxi in die Stadt, dort sind wir umgestiegen in ein anderes Taxi und waren dann nach nicht allzu langer Fahrt in Bafut. Dort haben wir erst mal Peter aufgegabelt und sind dann mit Motoradtaxis zum Fon’s Palace gefahren.

Ein Motoradtaxi muss man sich folgendermaßen vorstellen: Ein Fahrer und hinter ihm haben bis zu 2 Leute Platz (vielleicht auch mehr, aber das hab ich bisher nicht ausprobiert J ). Man sitzt da, hält sich irgendwie fest, wenns mal wieder über Schlaglöcher geht und versucht nicht allzu dreckig zu werden. Außerdem genießt man einen schönen Windzug und ab und zu mal Regen. Meistens fahren wir aber doch mit dem Taxi.

Jedenfalls gings mit dem Motorrad im wahrsten Sinne über Stock und Stein. Der normalen Straße zum Palast fehlt zurzeit die Brücke. Deswegen sind wir eine Umgehung gefahren, ein roter verschlammter Feldweg mit tiefen Furchen und diversen Steigungen.

Beim Palast angekommen, gings erst mal um die Preisfrage. Führung pro Person, Kosten fürs Fotografieren extra. Obwohl unsere Begleiter weitläufig mit dem Fon verwandt sind, haben wir nicht wirklich einen Preisnachlass bekommen. Naja so war es zwar für deutsche Verhältnisse immer noch günstig, aber für kamerunische ??

Eine Frau vom Fon hat uns dann rumgeführt und alles erklärt. Sie hat uns den Versammlungsplatz gezeigt, wo immer die Feiern stattfinden, dazu gibt es einen Art Thron aus Stein in einer Rundhütte mit Strohdach und eine überdachte, steinerne Tribüne und diverse Steine, wo Tiere wie Ziegen geopfert werden.
Außerdem haben wir Quartiere gesehen wo die Frauen vom Fon untergebracht sind. Jede hat ihr eigenes Haus, wo sie auch ihre Kinder groß zieht.

Am sehenswertesten fand ich ein Gebäude, das bereits über 500 Jahre alt ist und das älteste Gebäude in Zentralafrika sein soll:
Der Tempel. Dort wurden die Vorfahren angebetet.
Eigentlich echt merkwürdig. Die Kameruner sind ein sehr gläubiges Volk, die meisten sind Baptisten. Dennoch wird ein solcher Naturglaube teilweise weiter praktiziert.

Tempel

Tempel

Wir durften leider nicht hineingehen.

Wir haben ein Foto davor gemacht und sind dann weiter zum Souvenirskaufen. Haben jetzt eine afrikanische Trommel und ich mein allererstes Paar afrikanische Ohrringe. Nur leider haben wir das Feilschen vergessen. Naja.

Das Museum fand ich echt interessant. Es gab ganz viele Masken/Statuen zu sehen, ich hab eine Phytonhaut angefasst und was über die Geschichte des Bafut-Volks gelernt, z.B. kamen 1889  zum 1. Mal Deutsche nach Bafut. Deutsche und die Bafut-Bewohner haben sich auch gegenseitig bekriegt.

Den Fon haben wir übrigens nur mal von weit weg gesehen, als er gerade einen Spaziergang über sein Gelände gemacht hat.

Nach dem ganzen Sight Seeing waren wir noch bei Peters Familie und haben Bananen und Sweet Jam (sowas wie Kartoffeln) gegessen.

Hab auch meine Sprachkenntnisse erweitert, in Bafut gibt’s natürlich wieder eine eigene Sprache, die sogar eine eigene Bibelübersetzung hat.

Guten Abend: – “Atoggo”
Guten Morgen- sowas wie „A boffum“ bin mir nicht mehr ganz sicher
Wie geht’s:    „A bälla“ (kenn ich ja schon)
Gut:                „A bon“

Kurz bevor es dunkel wurde, sind wir wieder Richtung Bamenda aufgebrochen. Saß diesmal zu 6. Hinten auf der Rückbank. Gut, 2 von den 6 waren Kinder und saßen auf den Schößen ihrer Mamas.

Hier wird es übrigens immer Punkt halb 7 dunkel.

In Bamenda mussten wir wieder umsteigen und gemeinsam mit bestimmt 30-50 Leuten auf ein Taxi warten, dass in unsere Richtung fährt. Die Taxifahrer nutzen sowas dann gerne aus und es gibt eine Preiserhöhung beim Taxifahren. Gegen 8 waren wir wieder zuhause.

 

Das war also mein 1.Mal Sightseeing

Liebe grüße von einer halben Kamerunerin :)

 

 

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Neuer Alltag

Pünktlich zu meinem 1. vollendeten Monat hier in Kamerun zeige ich euch, liebe Leser, ein paar Bilder von Kamerun.

Viel Spaß beim Anschauen !

Welcome to Bamenda ! Der Start eines neuen Lebens

Welcome to Bamenda !
Der Start eines neuen Lebens

Links hinter mir kann man das SHUMAS Center erkennen, in dem wir auch leben.

Neues Zuhause. SHUMAS Center und unsere Wohnung

Neues Zuhause.
SHUMAS Center und unsere Wohnung

Man muss nur links die Treppen hochgehen und schon ist man in unserer Wohnung.

Die beste Mitfreiwillige ! Wir verstehen uns echt gut :)

Die beste Mitfreiwillige !
Wir verstehen uns echt gut :)

Kathrin und ich leben in einer WG. Klar, dass es da viel Hausarbeit gibt.

Haushalt... ...und alles was dazugehört

Haushalt…
…und alles was dazugehört

Waschen, Putzen, Kehren, Kochen, trallala.
Rechts in der unteren Ecke liegen übrigens die “Termites”. Das sind große Fliegen die recht harmlos sind aber leider viel Dreck machen. Ich benütze einen afrikanischen Reisigbesen um sie vom Balkon zu fegen.

Jetzt noch ein paar Bilder zur Arbeit:

Tägliche Arbeit

Tägliche Arbeit

Meine normale Arbeitszeiten sind Mo- Fr. 8.00 bis 16.00 Uhr. In dieser Zeit sitzen Kathrin und ich im Office und arbeiten an verschiedenen Dingen wie Artikel, Büchereiregeln oder SHUMAS Projekten. Demnächst sollen wir auch noch Flyer für SHUMAS designen.

Unterwegs... ...irgendwo in Afrika

Unterwegs…
…irgendwo in Afrika

Oft sind wir aber auch unterwegs, teilweise am Wochenende, und machen sogenannte “Field Trips”. Das heißt wir besuchen Projekte von SHUMAS, die in ganz Kamerun verteilt sind. Bisher haben wir Schulen besucht, an denen Schüler von SHUMAS das Schulgeld bezahlt bekommen. Diese Kinder haben wir befragt und Bilder von ihnen gemacht.

Bald sollen wir aber auch noch andere Projekte kennenlernen, wie z.B. Women Empowerment Gruppen. Frauen haben es schwerer als Männer in Kamerun. SHUMAS unterstützt Frauengruppen mit Mikrokrediten, damit sie ein eigenes Geschäft aufbauen können.

Das nächste Bild haben wir in einer der Schulen aufgenommen, die wir besucht haben.

Spiele spielen

Spiele spielen

Die Schüler haben ein Klatschspiel gespielt, das ich auch aus meiner eigenen Kindheit kenne. Nur das Lied dazu war anders.

Man sieht, wir alle sind Menschen. Egal woher man kommt, aus Deutschland oder Kamerun, es gibt Gemeinsamkeiten. Und ich freu mich drauf sie zu entdecken :)

Kleine Küken

Kleine Küken

Das Bild wollte ich euch auch nicht vorenthalten. In dieser Kiste sind 50 süße kleine Küken, jedes erst 1 Tag alt.  Sie werden zur SHUMAS Biofarm gebracht,dort großgezogen und dann verkauft. Auf der Biofarm waren wir auch schon. Biofarm heißt die Farm deswegen, weil alles biologisch angebaut wird. Die von der Farm benötigten Energien werden komplett durch erneuerbare Energien abgedeckt: Schwein und Rind produzieren Biogas durch ihren Dung und  eine Windkraftanlage und Wasserturbine sorgen für den Strom.

Soviel zu meiner Arbeit. Doch was mache ich in meiner Freizeit ?

Wir hätten da zur Auswahl:

Afrikanisch Tanzen

Afrikanisch Tanzen

  • Tanzen zu afrikanischer Musik: macht viel Spaß :)
Nachbarskinder

Nachbarskinder

  •  Mit den Nachbarskindern die Gegend erkundigen. Links Adonia, rechts Sandra
Maisfeld

Maisfeld

Eine wirklich schöne Gegend :)

Generationenübergreifend

Generationenübergreifend

  • Wir lernen Leute kennen
Neue Freundschaften

Neue Freundschaften

  •  und knüpfen erste Freundschaften.
Geldgeschäfte

Geldgeschäfte

  • Außerdem geben wir Geld aus. 25 Francs sind übrigens nur 3 Cent
Bananenpflanze

Bananenpflanze

  •  Neue Pflanzen entdecken. Das hier ist eine Bananenstaude, die im SHUMAS Grundstück gepflanzt ist. Das lilafarbene nach Unten hängende Etwas ist die Blüte.
Riesenviech

Riesenviech

  • Tierwelt entdecken. Dieser Riesenkäfer war mit seinen ca 20cm zum Glück nicht in unserer Wohnung
sugar cane - Zuckerrohr

sugar cane – Zuckerrohr

  • Neues Essen probieren. Zuckerrohr lutscht man mehr ab, als dass man es isst. Die Fasern sind zu hart zum Essen.

typisch kamerunisch

  • Neues Essen Teil 2: Das ist Fufu Corn(weiß) mit JammaJammma (grün) und leckerem Hähnchen und Tomatensoße.
Essensmethoden

Essensmethoden

  •  In meiner Freizeit probier ich auch gerne neue Essensmethoden aus. Fufu wird immer mit der Hand gegessen. So sehen meine Finger danach aus.
Germany meets Cameroon

Germany meets Cameroon

  • Bilder malen.

Das ist praktisch für die leeren Wände unserer Wohnung, aber gleichzeitig steckt da auch eine Aussage hinter Germany meets Cameroon. Ich hab meine deutsche Kultur nach Kamerun gebracht und entdecke hier die kamerunische Kultur jeden Tag und eigne mir auch die ein oder andere Sache davon an (siehe Essenmethoden).
Es kommt zu einem interkulturellen Austausch, zu einem Treffen zweier doch unterschiedlicher Kulturen.
Und das jeden Tag noch 11 Monate lang.

 

Bis bald :)

PS. Willst du noch in meine Rundbriefe empfangen ? Schreib mir ne Mail an H.Tonn@gmx.de

 

 

 

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Hurra…

…mein Blog lässt sich öffnen ! 

Ich bin seit Dienstag hier in Kamerun und  hab bereits eine Sache (unter Anderem) festgestellt: Das Internet hier ist anders als in Deutschland. 

Mein Blog wollte sich jetzt 2 Tage lang nicht öffnen lassen, deswegen bin ich auf Plan B umgeschwenkt: Rundmails

Ich glaub diese werde ich auch in Zukunft schreiben. Das ist einfach besser bei dem schlechten Internet hier… Meine Email lautet  H.Tonn@gmx.de

Falls du in meinen Rundmailverteiler aufgenommen werden willst, schreib mir doch mal ne Mail :)

 

Hier in Kamerun ist aber nicht alles schlecht. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir wurden gut aufgenommen, auch bei SHUMAS

Aber am besten starte ich am Anfang: Wir wurden von dem Flughafen in Douala, Kamerun abgeholt und sind dann am nächsten Tag mit unseren Peer Mentoren Elisabeth und Biki nach Bamenda gefahren, wo ich jetzt mit meiner Mitfreiwilligen Kathrin das nächste Jahr leben werde. 

Am gleichen Abend haben wir auch noch unsere Mentorin Dr. Kelen kennengelernt. Sie kann sogar Deutsch, weil sie mal In Deutschland studiert hat.

Nächster Tag: SHUMAS-Mitarbeiter kennengelernt. Sie haben uns gut aufgenommen und uns auch über SHUMAS viel erzählt. Außerdem haben wir  ganz viele Sachen für unsere eigene Wohnung eingekauft. Zuerst waren wir dafür in einem teuren Supermarkt und danach auf einem normalen Markt, wo man alles kriegt. Begleitet wurden wir dabei von unseren Peer Mentoren. 

Zu unserer Wohnung: Es ist alles sehr schlicht gehalten und etwas dreckig gewesen. Aber das haben wir mittlerweile geändert :) Ich hab auch schon Bilder für die kahlen Wände gemalt.

Jeder von uns hat ein eigenes Zimmer. Sonst gibt es Bad, Wohnzimmer und Küche mit Gasherd. Aber keine Waschmaschine. Heute haben wir zum ersten Mal mit der Hand gewaschen :)

Am Donnerstag waren wir wieder einkaufen und haben uns Internetzugang besorgt. DIeser ist je nach Wetter und Tageszeit unterschiedlich gut.

Apropos Wetter: Es ist hier grad Regenszeit, d.h. jeden Tag gibt es Regenschauer oder Gewitter. Diese halten aber nicht solange an, sonst ist es sonnig und warm. Die Regenzeit geht noch bis Ende September

Außerdem hatten wir am Donnerstag noch Besuch von Emka, sie ist hier so eine Art Hausmutter. Mit ihr haben wir uns gut unterhalten und sie hat uns beim Kochen geholfen. Wir müssen uns erst an den Gasherd gewöhnen :)

Freitag waren wir den ganzen Tag im SHUMAS office und haben uns über SHUMAS informiert. Für alle, die SHUMAS nicht kennen: Es ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich hier in Kamerun für Menschen und Umwelt einsetzt. So gibt es z.B. die Ausbildungseinrichtung für behinderte Menschen oder es werden Schulen gebaut und Dörfer mit Wasser  versorgt. In den SHUMAS unterlagen habe ich gelesen, das 44% der ländlichen Bevölkerung hier in Kamerun keinen Zugang zu sauberen Wasser hat. Deswegen setzt SHUMAS sich dafür ein.

Außerdem hatten wir wieder Besuch von Emka, die uns ein Kohlgericht mit Kochbananen vorbeigebracht hat. Sie kann gut kochen :) Ich mag allgemein das Essen hier in Kamerun, besonders die Früchte: Ananas, Papaya, Colafrucht,…

Hier in Kamerun sind Englisch und Französisch die 2 Amtssprachen, dazu gibt es noch Pidgin als Mischmasch Sprache. Jedes Dorf hat allerdings nochmal seine eigene Sprache, auch wenn sie nur wenige taximinuten auseinander liegen.

Emka z.B. spricht Nkwen (das ist der Teil von Bamenda wo wir wohnen). Gestern hab ich was von ihr gelernt:

Dschäällaaa = Guten Morgen

äau = Gehts schon (ist eigentlich mehr ne Bestätigung, sowas wie ähm oder mhmm)

A Bälla = Wie gehts ?

A bon = Gut

Find ich ganz interessant :)

Morgen sind wir zum Mittagessen bei ihr eingeladen. Ich werd dann gleich mal meine neuen Sprachkenntnisse an Emkas mutter ausprobieren :)

Morgen wollen wir auch in eine Baptist Church gehen und am Nachmittag ein Chorkonzert anhören.

Also ihr merkt, mir gehts hier gut. 

Bis demnächst :)

Ps. ich versuche noch Bilder hochzuladen, aber ich kann für nichts garantieren. Besser ihr gebt mir eure Email, dann kann ich euch meinen Rundbrief schicken.

 

Verfasst am 7.September, Samstag

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Das große Abschiednehmen…

Ich liebe meine Familie !

Gestern haben wir meinen Abschied in der Familie schonmal gefeiert, weil meine Schwester am Montag beim Abflug nicht mehr dabei ist.

...

Das war der reichgedeckte Tisch. Es war eine kleine Abschiedsfeier kombiniert mit unseren tollen Geburtstagstraditionen. Statt meinem neuem Alter in Bisquitbuchstaben wie an jedem Geburtstag hatte ich allerdings ein HK- Hannah in Kamerun – auf meinem Teller liegen. Darin steckt die kamerunische Flagge.  Außerdem durfte ich noch Geschenke suchen gehen !
Hab mich darüber mega gefreut !

Danke an meine Familie :)

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13 Tage bis zum Abenteuer

Jetzt sind es noch 13 Tage, bis ich nach Bamenda fliege. So gut wie alles steht schon: ich hab mein Visum bekommen, das Finanzielle ist auch geklärt, geimpft worden bin ich auch. Also bin ich eigentlich ziemlich gut vorbereitet.

Doch was soll ich mitnehmen ? Was nimmt man für 1 ganzes Jahr seines Lebens mit ?Auf jedenfall sollte die Zahnbürste nicht fehlen – so ein Jahr ohne Zähneputzen ist schon ziemlich eklig :)

Naja gut das ich noch knappe 2 Wochen Zeit habe um meine 2 Koffer zu packen :)

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